Schnick, Martin: Madame de Paris
In 'Madame de Paris' taucht der Leser ein in die düstere Welt des Henkers von Paris. Henri-Clément Sanson, der letzte Spross der berüchtigte Scharfrichterdynastie, gewährt dem jungen Journalisten Georges Dumas Einblick in seine Familiengeschichte. Über Generationen hinweg stellten die Sansons den gefürchteten "Monsieur de Paris". Von der Hinrichtung Marie Antoinettes bis zu den Köpfen der Revolutionäre - ihre Guillotine prägte die Geschichte Frankreichs.
Georges Dumas, ein unehelicher Sohn des berühmten Schriftstellers, kommt dabei den dunklen Geheimnissen des alten Sanson auf die Spur: Ist der Henker homosexuell und spielsüchtig? Hat er einst die Guillotine verpfändet, um seine Schulden zu begleichen? Und was hatte seine Abberufung mit dem Skandal um den Justizminister zu tun?
Aber auch der junge Dumas kämpft mit seinen Dämonen: Er sucht die Anerkennung seines Vaters, verliebt sich heimlich in die Verlobte seines besten Freundes und ist bereit, diese Freundschaft für seine politischen Ideale zu verraten.
In diesem fesselnden historischen Roman verschmelzen die dunklen Kapitel der französischen Geschichte mit den intimen Bekenntnissen zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
"Madame de Paris" erstellt ein tiefgründiges Psychogramm eines blutrünstigen Gewerbes und zeichnet zugleich ein Pariser Sittengemälde zur Zeit des Second Empire.