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Niederhauser, Trix: Schwimmende Schmetterlinge (eBook)

Ihren neuen Job hatte sich Toni anders vorgestellt. Da sitzt plötzlich dieser schmierige Möchtegern-Juniorverleger, der das kritische Blatt zur 08/15-Zeitschrift machen will. Zu allem Übel gerät die Journalistin auch noch mit Sekretärin Julia aneinander. Dabei hat Toni schon genug Probleme am Hals: Zwar war sie endlich so weit, ihre Freundin zu verlassen – nur leider geschah das völlig planlos. Zum Glück findet die Drummerin im Proberaum ihrer Metal-Band einen Unterschlupf. Überraschend kreuzen sich Tonis Wege auch privat immer wieder mit denen von Sekretärin und Tierschützerin Julia. Die bisher heterosexuell liebende Julia beginnt steigendes Interesse an Toni zu zeigen. Woher kommt dieses gewisse Falterflattern im Bauch? Julia ist um Abhilfe nicht verlegen und ertränkt die Insekten in Alkohol. – Was aber, wenn Schmetterlinge schwimmen können ...?

Leseprobe
›Nimm das Messer mit!‹ schrie die Frau. Ihre Stimme klang schrill. Sie preschte an den beiden vorbei, dabei ließ sie die Spraydose fallen. Der Kerl zog das Messer raus und rannte auch zum Auto. Sie rissen die Türen auf und warfen sich hinein. Der Motor startete mit wildem Heulen. Da bin ich aufgewacht, sprang auf die Beine. Instinktiv habe ich mich vor das Fahrzeug gestellt, sie durften nicht einfach abhauen! Doch ich hatte nicht mit der Kaltblütigkeit des Fahrers gerechnet. Ein Hänfling mit schütterem Haar und stechendem Blick starrte mich durch die Scheibe an. Obwohl ich vor ihm stand, fuhr er los, Panik in den Augen. Der Wagen erwischte mich an der rechten Seite.« Ich atmete tief durch. »An mehr kann ich mich nicht erinnern. Als Nächstes hast du dich über mich gebeugt.«

Frank schüttelte den Kopf. »Unglaublich!«, flüsterte er, »unfassbar!« Er stand auf und zupfte nervös an seinem Bärtchen. »Aber wieso das alles, Julia?« Fragend sah er von mir zu Toni, die nur mit den Schultern zuckte.

Mein Blick fiel auf ein Plakat neben dem Eingangstor. »Vielleicht deswegen?« Spanferkel-Abend prangte in großer Schrift darauf, darunter saß ein lächelndes Schweinchen.

Frank schlug sich gegen die Stirn. »Das ist von meinem Vorgänger, wollte ich schon lange wegnehmen.« Fieberhaft rubbelte er über das fest angeklebte Papier.

»Na ja, trotzdem ist wohl klar, dass du deinen Gästen hier auch Fleisch verkaufst«, warf ich ein.

»Aber ich beziehe alles vom Biobauern!«, rechtfertigte er sich trotzig und zuppelte weiter am Plakat. Ein paar Papierfetzen hingen an seinem Daumen.

»Artgerecht ist nur die Freiheit«, antwortete ich. »Tiere werden beim Schlachter schließlich nicht totgestreichelt.«

Franks Miene verdüsterte sich. »Weißt du vielleicht mehr?!« Misstrauisch trat er ein paar Schritte auf mich zu. »Wenn ich mich nicht irre, bist du auch in so ‘ner Gruppe aktiv!«

»Das ist nicht dein Ernst, oder?!« Ich erhob mich. Bevor ich fortfahren konnte, mischte sich Toni ein. »Hör auf, Frank!«

»Schon okay«, antwortete ich großmütig. »Ich engagiere mich für Tierschutz, aber doch nicht so! –«



Verlag: Helmer Ulrike Seiten: 312 S. Erscheinungsjahr: 2018 Ausführung: Kartonierter Einband (Kt)

ISBN: 9783897419643
Fr. 21.40
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Details

Verlag Ulrike Helmer Verlag
Einband Adobe Digital Editions
Erscheinungsjahr 2018
Seitenangabe 304 S.
Meldetext
Ausgabekennzeichen Deutsch
Masse 1'631 KB
Plattform EPUB
Autor*in Niederhauser, Trix
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